MPU

MPU ist die Abkürzung für Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Jeder hat schon einmal von einer MPU gehört, keiner weiß genau, was es damit auf sich hat. Dies zeigt sich nicht zuletzt in der Bezeichnung „Idiotentest“, die umgangssprachlich für die MPU verwendet wird.
Im Rahmen einer MPU wird die Fahreignung der jeweiligen Person begutachtet. Sie dient der Fahrerlaubnisbehörde als Hilfe bei der Frage, ob die Fahrerlaubnis erteilt bzw. wieder erteilt wird. Die Fahreignung umfasst sowohl die körperliche als auch die geistige Eignung, sonstige Persönlichkeitsmerkmale und nicht zuletzt die persönliche Zuverlässigkeit.
Eine MPU wird beispielsweise nach einer Trunkenheitsfahrt angeordnet. Die Anordnung erfolgt nicht bereits durch das Gericht, sondern durch die jeweilige Fahrerlaubnisbehörde. Der Richter stellt in der Regel nur die Höhe der Geldstrafe sowie die Dauer der Sperre für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis fest. Bekommt man also beispielsweise im September 2009 eine Sperre von weiteren 6 Monaten, so empfehle ich, schon nach dem Ablauf von ca. 4 Monaten den Antrag auf Neuerteilung zu stellen. Spätestens hier teilt einem die Fahrerlaubnisbehörde mit, welche Bedingungen man für die Neuerteilung erfüllen muss. In diesem Punkt ist man der Behörde ausgeliefert, sofern man nicht den Rest seines Lebens nur noch Fahrrad oder Taxi fahren möchte.
Unter bestimmten Voraussetzungen (oft deutlich erhöhter Alkoholgenuss bzw. Drogengenuss vor Antritt der letzten Autofahrt) ordnet die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU an. Die Behörde will so erfahren, ob erneut die Gefahr besteht, dass der jeweils Betroffene wieder unter Einfluss von Alkohol oder sonstigen Drogen ein Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt. Die Gefahren, die von diesen Fahrern ausgehen, sind hinreichend bekannt, das Ziel der Behörde somit nützlich für alle anderen Verkehrsteilnehmer.
Trotzdem muss man allen Menschen, die einmal einen Fehler in dieser Art gemacht haben, die Möglichkeit geben, ihre Mobilität zurück zu gewinnen. Hierzu dient die MPU bereits seit über 50 Jahren.
Wurde eine MPU angeordnet, so ist es fast zwingend erforderlich, sich vorab entsprechend beraten zu lassen. Wichtig ist es hier, sich eine seriöse Beratungsstelle zu suchen. In der Regel wird gegen Entgelt auch eine Art „Vorbereitungskurs“ angeboten, den ich eher empfehle. Dieser kostet zwar auch viel Geld, die Chance die MPU sofort zu bestehen ist aber wesentlich höher. Bei allen Beratungen sollte die Angst vor dem Ablauf der Veranstaltung genommen werden, indem der allgemeine Ablauf erläutert und auf Chancen und Risiken hingewiesen wird. Wichtig sind unter anderem Fragen der Vertraulichkeit und der Schweigepflicht. Sie sollten nicht zustimmen, dass Ihr Prüfungsergebnis ohne Ihre ausdrückliche Erlaubnis an die Fahrerlaubnisbehörde oder Sonstige weiter geleitet wird. Dies ist insbesondere bei einer nicht bestanden MPU besonders wichtig. Wenn diese automatisch an die Fahrerlaubnisbehörde weiter geleitet wird, so haben sie ein neues Problem. Sie sind der Auftraggeber und können daher bestimmen, welches Gutachten nur „in die Schublade“ kommt.
Ist die MPU negativ, so sollte man schnell eine neue machen (die dann hoffentlich positiv ist) und diese dann persönlich einreichen.
Ziel kann es natürlich nicht nur sein, die MPU zu bestehen. Wichtig ist natürlich auch, dass die Gründe erforscht werden, die zur MPU geführt haben. Auch hierfür ist die Beratung wichtig und sollte Ergebnisse aufzeigen. Wenn an dem Problem (sofern es eins gibt und die Angelegenheit nicht einmalig war) nicht gearbeitet wird bzw. die Einstellung und das Verhalten sich nicht nachhaltig verändern, so wird man bald wieder eine MPU machen müssen. Das Risiko seine Fahrerlaubnis so für immer zu verlieren ist recht hoch. Deshalb sollte die Beratung auch dazu genutzt werden, ein eventuell noch nicht bekanntes Problem zu erkennen und es dann zu beseitigen.
Ob eine Firma seriös arbeitet, hängt nicht zwingend mit der Größe der Firma zusammen. Eine Organisation die zum Bsp. mit einer geringen Durchfallquote wirbt, ist nicht sonderlich seriös. Undurchschaubare Qualifikationsnachweise der Mitarbeiter oder „Geld zurück“ Garantien bei negativer MPU zeigen das Gleiche. Die Beratung sollte auch nicht in einer Hotellobby oder in der Privatwohnung angeboten werden.
Wird dagegen mit einer kostenlosen Erstberatung, einem ordentlichen Außenauftritt sowie vernünftigen, verständlichen und natürlich angemessenen Kosten geworben, kann man eher von einer ordentlichen Bearbeitung ausgehen.
Sie sollten immer daran denken, dass mit der Angst vor der MPU viel Geld verdient wird. Auch wenn Ihre Situation ohne Fahrerlaubnis schwierig ist und Sie befürchten, dass Sie Ihre Fahrerlaubnis nie zurück bekommen, sollten Sie hier die verschieden Angebote genau prüfen.
Die eigentliche MPU dauert dann 3-4 Stunden und ist in der Regel in 3 Abschnitte aufgeteilt. Es gibt einen medizinischen Teil (Blutabnahme, Leberwerte, Haar- und/oder Urin-analysen…), ein psychologisches Gespräch (Einsicht in früheres Fehlverhalten, Ursachen, Konsequenzen…) sowie den Test der körperlichen Leistungsfähigkeit (Reaktionszeit, Konzentration…).
Allein die Zeitdauer lässt erkennen, dass es wichtig ist sich gut vorzubereiten. Die beste Vorbereitung ist eine eigene Fehleranalyse. Hierbei ist es ratsam sich professionelle Hilfe zu holen, um die möglicherweise bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen.
Die MPU macht keiner nebenbei und das ist im Ergebnis auch gut so. Auch wenn die MPU dem Einzelnen als staatliche Schikane erscheinen mag, so hilft sie doch die Anzahl der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr zu verringern.

Ich freue mich auf Mandanten aus:

Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Potsdam, Berlin,
Nuthetal, Großbeeren, Ludwigsfelde, Rangsdorf, Blankenfelde, Mahlow, Michendorf, Schönefeld, Wildau, Königs Wusterhausen, Zeuthen.

(2012) Fachanwalt Verkehrsrecht Christall / Verkehrsrecht, Bußgeld, Unfallregulierung / Rechtsanwalt / Anwalt