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wie AUFFAHRUNFALL

Eine der häufigsten Unfallarten im Straßenverkehr ist das Auffahren auf das vorausfahrende Fahrzeug.
Bei solchen Auffahrunfällen besteht die landläufige Meinung, dass derjenige, der auffährt, auch Schuld am Unfall hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Sicherheitsabstand nicht eingehalten, der so zu wählen ist, dass auch in unerwarteten Situationen abgebremst werden kann. Die Aufmerksamkeit des Fahrers war eventuell getrübt, so dass er vom Fahrgeschehen abgelenkt wurde. Oder er fuhr zu schnell.
Das ist aber nicht in jedem Falle richtig, entschied das Landgericht Wuppertal in seinem Urteil vom 11.05.2006. In diesem Fall fuhr das vorausfahrende Fahrzeug schnell und zügig auf der Straße, beschleunigte rasant, um danach mitten auf der Fahrbahn eine Vollbremsung hinzulegen, angeblich um einen Fahrgast aufzunehmen. Mit dem Ergebnis, dass das nachfolgende Fahrzeug auffuhr.
Das Landgericht fand nun, dass der Fahrer des vorausfahrenden Fahrzeugs mit seiner Fahrweise den Eindruck erweckt habe, dass er auch weiterhin so schnell und zügig fahren und nicht plötzlich mitten auf der Straße anhalten werde. Deshalb trifft ihn in mehrfacher Hinsicht die Schuld, den Unfall herbeigeführt zu haben, zumal er auch gegen § 12 IV S.1 und S.2 STVO verstoßen hat, die besagen, dass man nur am rechten Straßenrand anhalten darf. Er muss nun für alle entstandenen Schäden haften. Die Auffahrenden haften nicht.
Wenn Sie in einen Auffahrunfall verwickelt wurden, ist es besonders wichtig, dass Sie Ihre Position durch einen Anwalt stärken lassen. Dieser kann möglicherweise helfen, den Erfahrungssatz zu entkräften, dass der Fahrer des auffahrenden Fahrzeugs bei Auffahrunfällen typischerweise unaufmerksam war, den erforderlichen Abstand nicht einhielt oder zu schnell fuhr. Ich stehe Ihnen gern zur Verfügung.

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